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Llanfair Pwllgwyngyll

Llanfair Pwllgwyngyll Im Nordwesten von Wales, auf der Insel Anglesey in der irischen See, liegt eine kleine Gemeinde, die durch ihren ungewöhnlichen Namen "Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch" auf sich aufmerksam macht.
Auf den ersten Blick wird der Eindruck gewonnen, dass es sich hier um eine zufällige Ansammlung verschiedener Buchstaben handelt. Doch hinter der Bedeutung steckt eine sehr ausführliche Beschreibung der örtlichen Marienkirche. Bei der Übersetzung aus dem Walisischen ergibt sich folgende Bezeichnung: "Marienkirche in einer Mulde weißer Haseln in der Nähe eines schnellen Wirbels und der Thysiliokirche bei der roten Höhle".
Nachweislich war die Gegend bereits 4.000 bis 2.000 vor Christus besiedelt. Obwohl die Landwirtschaft bis zum heutigen Tage einen hohen Stellenwert einnimmt, nahmen die Einwohnerzahlen bemerkenswert zu. Das landwirtschaftliche Areal war über viele Jahrhunderte hinweg in den Händen weniger Eigentümer, während der Großteil der Bevölkerung die Flächen als Pächter bewirtschaftete.
Im 19. Jahrhundert machte die Gemeinde einen großen Wandel durch, denn es gelang den Bewohnern an der Eisenbahnstrecke von London nach Holyhead die Errichtung eines Bahnhofs zu erwirken. Unterhalb des Bahnhofs entstand ein neuer Stadtteil, in welchem sich zahlreiche Händler ansiedelten. Damit gewann die Gemeinde an Bedeutung für den regionalen Handel. Ein findiger Handwerker trug dazu bei, dass der Ort den nahezu unaussprechlichen Namen erhielt, der auch bei den Engländern als Zungenbrecher gilt. Im alltäglichen Sprachgebrauch findet der vollständige Ortsname keine Verwendung. Der ursprüngliche Ortsname "Llanfair Pwllgwyngyll" wird wegen der schwierigen Aussprache und auch bei schriftlichen Erwähnungen weitaus häufiger gebraucht.
Bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges war das Wirtschaftswachstum der Gemeinde auf einem sehr hohen Niveau. Diese positive Entwicklung spiegelte sich deutlich in der ansteigenden Einwohnerzahl wider. Nach dem Kriegsende stagnierte das Bevölkerungswachstum allerdings, denn die Kriegsheimkehrer sahen sich den Problemen der Auswanderung sowie einem Mangel an Arbeitsstellen in der Region gegenüber gestellt. Erst zu Beginn der fünfziger Jahre nahm die Einwohnerzahl allmählich wieder zu. In den 70-er Jahren überschritt die Gemeinde erstmalig die Grenze von 1.000 Einwohnern und konnte bis zum Beginn der 90-er Jahre auf über 3.000 ansteigen.
Der ungewöhnliche sowie lange Ortsname brachte der Gemeinde im Jahr 2002 den Eintrag ins Guinnessbuch ein. Mit 58 Buchstaben hat der Ort es erfolgreich geschafft, sich den Eintrag in der Kategorie der langen Einwort-Domainnamen zu sichern. Dabei haben findige Köpfe herausgefunden, dass das Maximum von 63 Buchstaben ausgeschöpft werden kann, indem die Bezeichnung für den alten oder oberen Stadtteil erwähnt werden. Auf diese Weise ist der Erhalt des Eintrags im Guinnessbuch für lange Zeit gesichert und kann lediglich mit anderen Städten geteilt werden.