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Touristenzug Tren a las Nubes - Argentinien

Touristenzug Tren a las NubesDer Touristenzug Tren a las Nubes, der seine Passagiere durch einen kleinen Landestreifen im Nordwesten Argentiniens führt, gehört zu den ungewöhnlichsten Bahnreisen der Welt. Die Eisenbahn erreicht auf ihrer 217 km langen Wegesstrecke eine Höhe von bis zu 4.200 Metern über den Meeresspiegel, so dass sich seine Passagiere in einem Zug zu den Wolken fühlen, was die deutsche Übersetzung für Tren a las Nubes ist.

Die Route des Zuges Tren a las Nubes

Der Zug verlässt die Bahnstation der argentinischen Stadt Salta und findet seinen Zielbahnhof in La Polvorilla Viaduct, bevor er sich auf die Rückfahrt aufmacht. Während der Bahnfahrt erreicht der Zug eine Höhe von bis zu 4.200 Metern über dem Meeresspiegel, was die Bahnstrecke zu einer der höchstgelegenen der Welt macht. Den Passagieren wird auf ihrer sechzehnstündigen Zugfahrt, der durch den Nordwesten Argentiniens führt, ein umfassender Service geboten. So werden Speisen und Getränke angeboten, Audio- und Videoanlagen gereicht sowie eine Begleitung von englisch- und spanischsprachigen Zugführern ermöglicht. Für Personen, die aufgrund der Höhenlagen unter Sauerstoffmangel leiden, steht eine kompetente medizinische Bertreuung zur Verfügung.

In den Morgenstunden macht sich der Zug mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 km pro Stunde auf den Weg. Auf der 217 km langen Bahnstrecke passiert er eine Vielzahl von interessanten Bergdörfern. Seinen ersten Zigzag (Spitzkehre) macht der Zug bereits nach Passierung des fünften Ortes und bewegt sich für einige Momente rückwärts weiter. Kurze Zeit später vollführt er jedoch seinen zweiten Zigzag, um bei seiner Weiterfahrt an Höhe zu gewinnen. Es wird an weiteren beschaulichen Ortschaften vorbeigefahren, 29 Brücken und 2 Hochbrücken überquert sowie durch 21 Tunnel und zwei Spiralen bzw. Rulo gefahren. Auf der Strecke wird lediglich ein Stopp in dem alten Bergdorf San Antonio de los Cobres und in La Polvorilla viaduct gemacht, bevor der Zug wieder nach Salta zurückkehrt.

Touristenzug Tren a las Nubes © Joan Albert Lluch - Fotolia.comDie Überquerung der 63.4 Meter hohen Hochbrücke La Polvorilla viaduct stellt den Höhepunkt der Reise dar. Mehr als 1.600 Tonnen Stahl wurden für den Bau verbraucht. Aufgrund der Höhenlage von 4.200 Metern erscheint dieser Abschnitt der Bahnstrecke wie eine Fahrt in die Wolken, wodurch sich unter anderem der spanische Name des Zuges Tren a las Nubes begründet. 
 

Die Historie des Zuges

Der Tren a las Nubes, ehemals betrieben durch die Ferrocarriles Argentinos, ist bereits seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts während der Monate März bis November in regelmäßigem Betrieb. Im Jahr 1994 gab es einen Betreiberwechsel zum Unternehmen Movitren, der den Zug einmal wöchentlich während der argentinischen Winterzeit einsetzte. Im Juli des Jahres 2005 kam es jedoch bei einer Bahnreise zu einem Defekt der Lok. Ohne Energieversorgung und bei Temperaturen unter 0°C verharrte der Zug mit seinen Passagieren für Stunden auf dem Viaducto La Polvorilla. Aufgrund dieser Panne wurde Movitren die Konzession für den Betrieb des Zuges Tren a las Nubes entzogen.

Die neue Betreibergesellschaft Ecotren S.A. hat sich schließlich dem Zug angenommen und lässt diesen zweimal wöchentlich auf der Bahnstrecke verkehren. Aufgrund des Betriebsausfalles der Vorgängerbetriebsgesellschaft fährt eine weitere Lokomotive vor dem eigentlichen Zug. Ferner wird die Bahn von einem Jeep und einem Ambulanzwagen begleitet.

Kultur und Wissenschaft

Ansichtskarte PostcrossingDer Name Tren al las Nubes gründet sich auf einen Dokumentarfilm, der von zwei Kameramännern aus der argentinischen Stadt Tucumán gemacht worden ist. Sie filmten in den 1960er aus dem Zug heraus die Umgebung von La Polvorilla viaduct. Die kühlen Temperaturen ließen den Dampf der Eisenbahn länger in der Luft stehen, so dass beim späteren Betrachten des Filmes diese wie Wolken erschienen. Ein argentinischer Journalist, der den Text zu der Dokumentation schreiben sollte, erfand schließlich den Namen Tren a las Nubes. Jahre später übernahm die Eisenbahnbetreibergesellschaft Ferrocarriles Argentinos diesen romantischen Namen für den Zug, da er seine Passagiere in große Höhen führt und Wegabschnitte bei entsprechendem Wetter von Wolken gesäumt sind.