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Grizzlybär (Ursus arctos horribilis)

Grizzlybär (Ursus arctos horribilis)Der Grizzlybär (Ursus arctos horribilis) gehört zur Familie der Braunbären (Ursus arctos), die auch als "Echte Bären" (Ursus) bezeichnet werden. Er ist in Nordamerika beheimatet, wo heutzutage jede Art von Braunbär als Grizzlybär bezeichnet wird. Der Grizzlybär (das Wort "grizzly" leitet sich aus dem Englischen ab und bedeutet "gräulich") weist viele unterschiedliche Fellfärbungen auf. Es variiert zwischen hell- bis dunkelbraun, blond und schwarz. Sein Oberfell weist stets graue Färbungen in hellen und dunklen Tönen auf, was ihm auch seinen Namen einbrachte. Grizzlybären, die in den Rocky Mountains leben, weisen diese Graufärbungen ganz besonders stark auf. Die Fellfärbung ist vom jeweiligen Lebensraum des Bären abhängig und ist von Gebiet zu Gebiet unterschiedlich.
Der Grizzlybär kann eine Gesamtlänge von bis zu drei Metern und eine Schulterhöhe bis weit über einen Meter erreichen. Er besitzt einen starken Körperbau und lange, muskulöse Gliedmaßen. Der Kopf ist massig, und die Schnauze setzt sich stark vom restlichen Kopf ab. Die Männchen wiegen durchschnittlich das 1,8-fache mehr als die Weibchen. Je nach Region variiert das Gewicht zwischen 200 kg, was bei den Grizzlybären im Süden vorkommt, bis über 600 kg bei den im Norden lebenden Tieren. Der Schwanz besteht aus einem kurzen Stummel, der bis zu 15 cm lang sein kann. Der in Freiheit lebende Grizzlybär hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 30 Jahren. Außerdem gehört er zu den sogenannten Sohlengängern.

grizzly cub with fish near mother © Not Rich Ritchie - Fotolia.comÜberwiegend lebt der Grizzlybär in Nationalparks oder bergigen Gebieten im Nordwesten Amerikas bis hin zu Wyoming, Idaho und Montana. In Kanada sind sie aus den mittleren Landesteilen verschwunden und kommen heute nur noch in British Columbia, dem westlichen Alberta und in den nördlichen Territorien vor. Im dünn besiedelten Alaska sind sie noch relativ häufig. Seinen Ursprung findet der Grizzlybär in Eurasien, wo er seinerzeit über die Beringstraße in den mittleren und westlichen Teil Nordamerikas einwanderte. Sein damaliges Verbreitungsgebiet ist nicht bekannt, allerdings liegen Knochenfunde vor, die zeigen, dass dieses Gebiet weitreichender war, als zunächst angenommen wurde. Der Bestand der Grizzlybären ging massiv zurück, als die Indianer ihre Jagdtechniken durch Pferde verbesserten und die Europäer einen Großteil des Landes besiedelten. Der Yellowstone-Nationalpark, der 1872 gegründet wurde, gilt aus eines der wichtigsten Rückzugsgebiete der Grizzlybären. Insgesamt umfasst die heutige Population der Grizzlybären ca. 50.000 Tiere.

Die sowohl tag- als auch nachtaktiven Grizzlybären sind Einzelgänger oder leben in Mutterfamilien. Sie jagen in der Regel in Gebieten, wo sie vor menschlichen Augen geschützt sind (z.B. in dichten Wäldern oder Büschen). In der Dämmerung oder zu kühleren Tageszeiten sind sie besonders aktiv. Heißere Tageszeiten werden von ihnen verschlafen. Ihre bevorzugte Nahrung sind Beeren, Würzeln, Nüsse, kleine und große Säugetiere und vor allem Lachse, so dass sich in Regionen mit Flüssen viele Bären ansammeln, um dort während der Laichzeit zu jagen. Außerdem sind sie begeisterte Aasfresser. Ihr Geruchssinn ist nahezu perfekt, so dass sie tote Tiere auch auf große Entfernungen hin wittern können. Traut man es ihnen aufgrund ihres massigen Körpers nicht zu, erreichen Grizzlybären dennoch eine Laufgeschwindigkeit von über 60 km/h, was etwa der Geschwindigkeit eines galoppierenden Pferdes gleichkommt. Ansonsten bevorzugen sie eher das langsamere, gemütlichere Tempo. In der Regel läuft der Grizzlybär auf allen Vieren. Allerdings kann er auch eine gewisse Zeit auf den Hinterbeinen stehen und sogar gehen, wenn er sich z.B. bedroht fühlt und somit seine imposante Größe verdeutlichen will.

Im Winter ruhen die Grizzlybären, wofür sie sich im Herbst einen Fettvorat anfressen. Allerdings kann man dies nicht mit dem Winterschlaf, den man von anderen Tieren kennt, vergleichen, da die Körpertemperatur der Grizzlys nicht stark genug abfällt und sie dadurch leichter zu wecken sind. Ihre bevorzugten Rückzugsorte sind Höhlen mit dicken Schneedecken und Berghänge.

Fortpflanzung

Grizzlybär (Ursus arctos horribilis)Die Paarungszeit der Grizzlybären liegt zwischen April und Juni. Die Tragzeit der Weibchen beträgt sieben Monate, so dass es während der Winterruhe durchschnittlich zwei bis drei Junge zur Welt bringt.
Die Jungen sind bei der Geburt ca. 20 cm groß und wiegen etwa 500 bis 600 Gramm. In den ersten Wochen sind sie blind und taub. Nach ca. 1 1/2 Jahren erlernen sie das Jagen. Mit zwei bis drei Jahren verlassen sie die Obhut der Mutter. Zur selben Zeit werden sie ebenfalls geschlechtsreif. Durch die enge Verwandtschaft zu den Eisbären können sie sich auch mit ihnen paaren und Junge zeugen.